Mykotoxine in Lebens- und Futtermittel – ein ungelöstes Problem in der Qualitätssicherung
Ziel
Mykotoxine sind sekundäre Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, die in Lebens- und Futtermitteln vorkommen können, für Mensch und Tier toxisch sind und zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Gesundheit und des Wohlbefindens führen. Mykotoxinbelastete Erntegüter sind sowohl in der Tierhaltung (besonders bei Schweinen) aber auch in der Lebensmittelherstellung und Verarbeitung ein Problem.
Eine für Mais und Getreide bereits etablierte Multi-Methodik zur Analyse von zahlreichen Mykotoxinen soll weiterentwickelt werden, um dann unterschiedlich schimmelpilzbelastete Proben aus Mühlen und Futtermittelbetrieben unter verschiedensten Lager- und Produktionsbedingungen zu untersuchen.
Vorgehensweise
Vier nordrhein-westfälische Universitäts-Institute bringen ihre Kompetenz auf den
Gebieten der Phytopathologie (Prof. Dehne, INRES, Bonn), der Lebensmittelchemie (Prof. Humpf, Lebensmittelchemie, Münster), der Umwelt- und Lebensmittelanalytik (INFU, Dortmund) und der Toxikologie (Prof. Degen, IfADo, Dortmund) in dieses Vorhaben ein. Am IfADo wird die Wirksamkeit von Mykotoxin-Gemischen untersucht, die Lebensmittelchemie beschäftigt sich mit den thermischen Verfahren bei der Getreideverarbeitung und das INRES wird verschiedene Aspekte des Getreideanbaus betrachten. Das INFU wird seine neue Multikomponentenanalyse für etwa 30 relevante Sekundärmetabolite von Getreide-Schimmelpilzen auf Basis der LC-MS/MS weiterentwickeln und das Probenspektrum somit deutlich erweitern. Im Gegensatz zu anderen Nachweisverfahren - vor allem basierend auf Einzelnachweismethoden - bietet der Mehrfachnachweis von Mykotoxinen die erforderliche schnelle und umfassende Bewertungsmöglichkeit von Getreide- und Futtermittelbelastungen. Dadurch kann eine zuverlässige Datenbasis geschaffen werden und ein Handlungsleitfaden für die Landwirtschaft sowie Lebensmittel- und Futtermittelindustrie erstellt werden.
Ergebnisse
Zahlreiche Proben aus NRW, Deutschland, Europa und der ganzen Welt wurden bereits untersucht. Der Abgleich der Ergebnisse mit der tatsächlichen Pilzbelastung des Erntegutes wird derzeit durchgeführt. Eine Ausdehnung auf weitere Matrices, wie z.B. Silagen ist ebenfalls in Bearbeitung.

LC-MS/MS Chromatogramme einer dotierten Weizenmehlprobe (10 ng/g)
Förderung
Das Projekt ist im Rahmen des aus dem EFRE ko-finanzierten Operationellen Programms für NRW im Ziel „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ 2007-2013 ausgewählt worden.

Ansprechpartner
Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Spiteller
M.Spiteller@infu.uni-dortmund.de
Fon: (0231) 755-4080
Dr. rer. nat. Sebastian Zühlke
S.Zuehlke@infu.uni-dortmund.de
Fon: (0231) 755-4088
Veröffentlichungen
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Herebian, D.; Zühlke, S.; Lamshöft, M.; Spiteller, M. (2009):
"Multi-mycotoxin analysis in complex biological matrices using LC-ESI/MS: Experimental study using triple stage quadrupole and linear ion trap-Orbitrap"
J Separ Sci, 32(7), 939-948.
-
Zühlke, S.; Herebian, D.; Dehne, H.; Spiteller, M. (2008):
"Mykotoxinmultimethode für die Landwirtschaft"
LaborPraxis,, 1, 22-25.
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